Projekt: Nachtasyl

Das Nachtasyl „Pater Jordan“

Im Pater Jordan Nachtasyl versorgt Pater Berno zusammen mit der Caritas Temesvar seit 1999 obdachlose Männer, Frauen und Kinder. Schätzungen zufolge leben in Rumänien 15.000 Menschen auf der Straße, viele davon sind Kinder. Gründe sind vor allem Armut, resultierend aus Arbeitslosigkeit und Krankheit, schwache soziale Netze, können kaum jemand auffangen.

Die 87 Betten des Nachtasyls sind jede Nacht besetzt. Abends kommen die Hilfesuchenden ins Nachtasyl, duschen, essen, plaudern, spielen Tischtennis oder Schach im Innenhof, bevor sie zu Bett gehen. Nach dem Frühstück müssen alle das Haus wieder verlassen.
Im Winter, wenn noch mehr Menschen Unterschlupf suchen, wird der Speisesaal zu einem zusätzlichen Schlafsaal umfunktioniert. So können bis zu 120 Menschen der Kälte entfliehen, denn von Dezember bis März sind tiefe Minustemperaturen keine Seltenheit. Neben einem Bett erhalten die Menschen auch zwei Mahlzeiten, hygienische und medizinische Versorgung sowie soziale Beratung.

Dorin* und Laurean*, 2 Jahre und 8 Monate alt, sind vor ca 6 Monaten mit ihren Eltern ins Nachtasyl gekommen. Die Mutter, Elena, ist 30 Jahre alt und wuchs in einem staatlichen Waisenhaus auf und der Vater, Doru, ist 46 Jahre alt. Beide haben schon im Nachtasyl gewohnt, bevor die Kinder auf die Welt kamen. Weil sie Anfang des Jahres das angemietete Zimmer nicht mehr bezahlen konnten, haben sie erneut Zuflucht im Nachtasyl gefunden. Beide haben keinen festen Arbeitsplatz, der Vater findet ab und zu bei Privatleuten Arbeit – im Garten, im Hof, auf Baustellen.

Sie bekommen für die beiden Kinder vom Staat Kindergeld (rund 20 Euro) und müssen zusehen wie sie mit dem was der Vater verdient auskommen. Ohne das Nachtasyl wäre die Familie auf der Straße. Auch während des Tages sind Andrei, Bogdan und ihre Mutter im Nachtasyl, spielen im Sommer im Hof und im Winter im Warmen. Der Vater bemüht sich seiner Familie ein besseres Leben zu ermöglichen und die Familie hofft sich in naher Zukunft wieder eine  Mietwohnung leisten zu können.

* Namen geändert.

Bilder aus dem Nachtasyl